Die Nerdler Keiler online

Todtnau 2017

Viel ist passiert in den Reihen der Keiler, leider auch viel unerfreuliches ....
doch es geht weiter. Und nachdem ich die letzten Jahre leider gut geschlampt habe was die Homepage angeht hab ich mir vorgenommen wieder aktiver hier zu berichten. Und darum gibt's nach 2 Jahren endlich mal wieder einen Tourbericht ... denn es ist mal wieder einiges - vor allem sehr lustiges - passiert.

Tag 1 - Anreise ... wo gibt's denn eine Bratwurst

Am 15. Juni 17 ging es wieder los, auf nach Todtnau hieß dass Motto. 5 Keiler haben sich um 9 Uhr bei Ali an der Garage getroffen um die 477km in Angriff zu nehmen. Da wir einige neue Motorräder haben die auch eine weitere Reichweite haben hieß die erste Frage, wer muß denn wann tanken. Plus minus 200km sollten drin sein. Also ging es los, mal kurz den Überblick verschaffen, wer mit welchem Motorrad dabei war. Vorneweg Rolle mit seiner BMW R 1200 GS, dann Ali mit seiner Kawa ZRX, dann kam Wolli mit seiner neuen BMW K1600GT - dazu später mehr, Alten mit seiner YAMAHA Fazer und Mättes mit seiner KTM 1190 Adventure. Zunächst los Richtung Treis-Karden dann in den Hunsrück über Mörsdorf nach Kastellaun und dann Schnellstraße auf die Autobahn. Beim Tankstop am Hockenheimring kam die erste Frage nach einer Bratwurst auf. Vorfahrer Rolle versprach er würde sein besten tun. Die Autobahn wurde dann bis Karlsruhe gefahren. Dort kamen wir in den Stau und Alterspräsi Wolli entschied - wir fahren ab. Kurze Pause ... Rolle rauchste net - noch wurde die Frage verneint. Alten brachte - wie eigentlich immer - den Spruch des Tages. Er fragte ob es Wolli eigentlich Wohl dabei sei, dass er mit seiner K1600GT das Fahrverbot für LKWs ignorierte. Nun ja. Ein wenig von einem LKW hat sie wirklich, vor allem weil Wolli Loris Job übernommen hat und das Kiosk in der BMW bei jedem Stop eröffnete.

Das Navi wurde neu programmiert, die Zeit war noch vorhanden, also ab jetzt Landstraße nach Todtnau. Und so fuhren wir über die ersten schönen Nordschwarzwaldberge gen Süden. Die Sonne schien, die Straßen luden zum fahren ein, es war viel Polizeipräsenz zu sehn. Also schön vorsichtig voran. Der Hunger trieb uns an eine kleine Hütte, in der Hoffnung es gäbe dort die erwünschte Bratwurst. Doch der Vorfahrer enttäuschte die Keiler .... Bockwurst, Wurstsalat und Hirschbrühwurst wurden vertilgt. Weit und breit keine ordentliche Frittenbude zu finden. Nun denn - Endspurt Richtung Todtnau, durch Freiburg durch über Kirchzarten die supergeile Straße hoch und den Notschrei runter nach Todtnau .... 477km waren gefahren und das Gasthaus Sonne erwartete uns. Es wurde uns ein abschließbarer Unterstellplatz versprochen, der war auch da. Allerdings waren soviele Biker im Gasthaus untergebracht, dass wir Abends beim Parken und Morgens beim Rausfahren Tetris spielen mußten um die Moppeds zu entknoten. Egal, die Anreise war super der Tag war toll, dass Bier und das Essen schmeckten. So wurden die Zimmer ausgelost .... und eigentlich keine Überraschung mehr.

Wolli und Rolle lagen - zum 8. mal in 12 Jahren - zusammen. Mättes ergänzte dazu, die beiden könnten sich endlich outen. Nun denn, nachdem alles geklärt war und man den Tag für fast perfekt erklären wollte mahnte Wolli, dass man Rolle nicht zu früh loben soll, einen Bock pro Tour hat unser Vorfahrer immer geschossen bisher. (Hier ist die GPX-Datei der Anreise ab Karlsruhe)

Tag 2 - Überraschungen beim Mittagessen

8 Uhr auf Zimmer 14, die jährliche Routine war flott eingekehrt. "Guten Morgen - guten Morgen" "Zuerst du oder ich?" Rolle ließ wie immer dem Alterspräsi beim Badgang den Vortritt - ob er ihm in den Bademantel half oder das Handtuch nach dem Duschen reichte ist nicht überliefert. 8.15 Uhr - Rolle und Wolli betraten als letztes den Frühtstücksraum, drei weitere Keiler begrüßten sie ausführlich mit teils dummen Gespräch, was bei solch einer Zimmerauslosung auch logisch ist. Nach einem reichhaltigen Frühstück kamen die ersten Fragen auf, Rolle was ist dein Plan für heute?

ca 280 km Kurven war die Antwort. Also los ging es. Der Hinweis das es auf der Tour noch keine Bratwurst gab durfte natürlich nicht fehlen. Abfahrt vor 9!!!! Uhr und ab erstmal etwas Richtung Süden. Eine kleine unfreiwillige Ortsdurchfahrt baute der Vorfahrer direkt am Anfang ein ... er spürte das Lachen von Mättes als letztem Mann förmlich. Dann bei Geschwend links hoch Richtung Präg, die ersten schönen Kurven am Tag waren gepackt. Runter nach Mambach und bei Zell wieder links hoch. Leider war hier ab Riedchen der Straßenbelag nur noch Rollsplitt und so schlichen wir im etwas höherem Schritttempo durch die tollen Kurven weiter. Dann ein kleines Problem, eine Straßensperre mit Umleitung. Ab zum Tanken - Das Navi mußte ein wenig angepasst werden. Ab Wehr ging es Richtung Norden - den Feldberg aber zu umfahren. Viele schöne Kurven, mal größere mal kleinere Strecken bis Todtmoos. Hier rechts ab Richtung St Blasien - eine wundervolle Kurvenstrecke in mitten von Felsen rechts und links luden fast zum träumen ein. Aber die Kurven hielten einen dann doch wach - denn sie sind super zum Cruisen. Weiter am Menzenschwand vorbei und Stop am Schluchsee am Kiosk. Hier waren wir schon mal war der eindeutige Tenor, HIER GIBTS KEINE BRATWURST, war Wollis Kommentar. Nun den trotzdem nochmal die Landschaft genießen, den schönen Schluchsee und ab zum Kiosk. "ne Bratwurst hab ich keine nur Bockwurst" war die Aussage des Kioskbesitzers. Als Mättes und Rolle schließlich ihre Bockwurst bestellen wollten meinte der Kioskmann " Ich hab jetzt 10 Minuten Pause" und ließ uns Keiler stehn. Ok,  dann halt weiter wenn er uns nichts verkaufen will.

Tittisee-Neustadt wurde angefahren und unser Vorfahrer stieg bei einem bekannten Einkaufladen voll in die Eisen, denn er hatte was gesehen. Frevel mit der Tradition zu brechen oder genial mal was neues zu probieren. Die Gruppe war sich nicht ganz einig, aber jeder bestellte sich sein Hähnchen zum Mittag. Sichtlich glücklich mußte der Vorfahrer seinen Triumph über die Bratwurstfraktion festhalten bevor sich selbst den kulinarischen Genüssen hingab. Es ging sehr kurvig weiter in den Norden bis Gutach. Das erste Murren kam auf ... ein kühles Getränk wäre angebracht. Wie weit fahren wir denn noch. Rolle blieb unbeeindruckt und fuhr dem Navi entsprechend noch jede Menge Kurven ab. Nach zwei Jahren fuhren wir auch wieder den Kandel hoch und waren erneut von der Aussicht dort begeistert. Aber das Tageshighlight fehlte ja noch. Schauinsland. Beim Stop an der Ampel drängelte sich Altmeister Wolli an Ali vorbei an die zweite Position. Das war das Signal für Rolle, die Kurven werden auch wirklich gekurvt. Mit einem Lächeln im Gesicht machten sich die Zimmergenossen und BMW Fahrer daran die Angststreifen am Rad abzufahren und die Kurven des Schauinsland rauf zu genießen. Oben angekommen konnte jeder das Strahlen in den Augen und das Lächeln im Gesicht wahrnehmen. Kurze Check, keine Angststreifen mehr am Reifen dran. Alle waren da, kurze Pause, viele kleine Gespräche mit anderen Motorradfahrern und dann Richtung Heimat. Kurz nochmal den Berg runter bis zum Steinwasenpark und dann hoch zum Notschrei und nach Todtnau zum Hotel. 277km später freuten wir uns auf Christina und das kühle Bier. Der Abend klang aus in dem viele alte Geschichten ausgepackt wurden. Von Lori der 2008 sicher war, dass seine Töchter noch keinen Freund haben (dem war nicht so) über Tommi mit seinen technischen Defekten und Ersatzlichtmaschine im Tankrucksack bis hin zu Hummes erster Tour und seinem bereits legendärem Spruch "Tut euch der Arsch nicht weh". Wir haben viel gelacht über die alten Geschichten. Kurz sollte ein Lob aufkommen für Rolle von Alten - Wolli haute dazwischen, "Morgen ist auch noch ein Tag!!! Lobt Rolle nicht zu früh".
Hier ist die GPX Datei vom ersten Tag im Schwarzwald

Tag 3 - Bratwurst???? JAAAAAAA .....

... aber dazu sollte es erst später kommen. Denn beim Frühstück wurden erstmal die nächtlichen Anekdoten ausgetauscht. Ein kuschelnder Alten, der nach einem nächtlichen Toilettengang die Bettseiten verwechselte und bei Mättes "Löffelchen" liegen wollte bis hin zu einem zerstörtem Bett von Wolli .... was da wohl in Zimmer 14 bei unserem alten Ehepaar abgegangen ist ....

Wieder war es vor 9 Uhr - alle Keiler hatten die Helme auf, die Maschinen an und los ging es. Rolle versprach Wolli (für die Nacht??) viele Kurven, eine Bratwurst und als Highlight ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte. So ging es wieder los, heute sollte es im Süden richtig kurvig rund gehen.

Zuerst wieder Richtung Schönau, dann erneut früh links hoch Richtung Weierle rechts runter von St Blasien die Felsenstrecke nach Todtmoss. Dort die erste Raucherpause. Rolle hatte in zwischen nachgegeben und teilte sich mit Alten die Zigaretten. Kurz nach Kleines Wiesental und weiter. Irgendwann gegen Mittag erreichten wir - nach vielen vielen Kurven - hungrig Badenweiler. Rolle dachte sich, hier muß es eine Bratwurst geben. Aber er wurde bitter enttäuscht. Sollte er seinen Zimmernachbarn so enttäuschen, dass es keine Bratwurst gibt??

Weiter ging es wieder Richtung kleines Wiesental und dann irgendwann rechts hoch nach Schwand. Eine kleine aber feine Straße. Plötzlich tauchte rechts der Gasthof Sennhütte  auf. Egal was es gibt, der Hunger ist zu groß. Rolle hielt an .... schaute auf die Speisekarte und fand sie. Selbstgemachte Bratwurst in Zwiebelsoße.

Jubelnd kam er zurück zur Gruppe " Hier gibt es Bratwurst". Sichtlich zufrieden genossen 5 Keiler ihre Bratwurst. Alle Keiler? Nein, Ali entschied sich gegen die Tradition und  für einen Hawaiitoast. Ok, alle waren gut gesättigt. Weiter ging die Reise. Durch die wundervolle Schwarzwaldlandschaft. Hoch die Berge runter die Berge, durch schöne Täler und hoch wo Ronny bestimmt inspiriert wurde zu Wollis Lieblingssong "Hohe Tannen". Eine kleine Rundreise später fuhr Rolle dann Richtung Bellchen. In der Hoffnung Wollis letzten Wunsch zu erfüllen. Und auch diesesmal machte er alles richtig. Oben auf dem Bellchen gab es ein Kaffee. Dort stand mit Kreide auf dem Schild "Schwarzwälder Kirsch Torte. Rolle konnte sich sein Grinsen nicht mehr verkneifen und beim Schlemmen entstand dieses Bild.

So sieht ein glücklicher Zimmernachbar aus - dachte sich Rolle. Alle Keiler waren sichtlich begeistert und so ging es dann die letzten Kilometer vom Belchen weiter nocheinmal den Berg runter und den Schauinsland von einer Nebenroute angefahren. Über den Notschrei nach Todtnau zu Christina und Bier. Und es wurde noch kurios. Während Lori früher immer Wellness wollte (Sauna und Massage) diese aber nie bekam dachte sich unser Vorfahrer, heute gönne ich mir die Massage. Denn Christina ist ausgebildete Physiotherapeuten. Während 4 Keiler darüber noch diskutierten, ob es ein Happy Ending oder ein Sad Ending gab, kam Rolle strahlend an den Tisch zurück. Und dann passierte es. Wolli lobte Rolle!! "Das hast du diese Tour richtig gut gemacht" oder so ähnlich. Aber es kam von Herzen.
Hier ist die GPX Datei der zweiten Schwarzwaldtour zum Download

Abreise - Bratwurst? woher nehmen wenn nicht stehlen

Wann sind wir zuhause? Gegen 3? Kommentar Wolli "Meine Frau erwartet uns um 5." Rolles Antwort "Meine um 6". Passt dann sind wir halb 6 zuhause, meinten die anderen Keiler. Also nochmal los, dass Navi programmiert. Notschrei - St Peter über den Kandel nach Waldkirch. Dann weiter - Kurven Kurven Kurven nochmal rechts Weg in den Schwarzwald rein bis Steinach. Dort angekommen bogen wir Richtung Frankreich ab, wir dachten so umgehen wir den Stau. Nottankstop dann Wörth, wir haben uns Frankreich mal wieder verzockt mit dem Tanken. Da wir auch dort keine Bratwurst fanden und die Frauen uns zuhause erwarteten mit Grillgut schlossen sich Mättes als lebendes Tom Tom "Mättes Mättes" und Rolle mit seinem Tom Tom Navi kurz zusammen.

Kommentar Mättes fahr doch B10 bis dahin und dann so und dann rechts anschließend links usw. Kommentar von Rolle, so kommen wir ja nicht nach Kirn. Mättes rollte die Augen und überlegte als Alten die Stimme des "Mättes Mättes Navi" übernahm. "Die Route wird neu berechnet." Nun denn, kurz erzählt die Heimreise. Autobahn bis Landau, B10 bis Pirmasens. Manch Keiler rollte erneut die Augen, was war denn nun passiert. Da war er, Rolles jährlicher Bock. Irgendwas lief schief beim Navi programmieren. Und die Tunnel der B10 taten ihr übriges. Nun wurde wieder das Mättes Mättes Navi befragt. Wie ein altes Orakel sagte er, fahr doch Autobahn bis Hermeskeil, dann runter an die Mosel, über den Berg drüber und dann sind wir zuhause. Gesagt getan. Hermeskeil ab, runter nach Trittenheim, weiter Richtung Salmtal und auf die Autobahn nachhause. Nach insgesamt knapp 1520km waren wir wieder zuhause und resümierten bei Bier und Steak die Tour. Es war super. Und es geht weiter. Auch Hummes, der nicht mitfahren konnte kam noch schnell zum Grillen vorbei. Und die alten Geschichten wurden wieder aufgewärmt. Bis Hummes fragte, tut euch der Arsch auf euren neuen Kisten nicht mehr Weh?

Hier ist die Abreise als GPX

Alles in allem war es mal wieder eine Super Tour, auch wenn wir die anderen drei Keiler sehr vermisst haben. Bei den Anekdoten waren sie doch immer wieder präsent. Mal schauen was die Tour 2018 bringt und wer von den Keilern dann wieder alles dabei ist. Wir freuen uns drauf.