Die Nerdler Keiler online

Pfronten2014

Eine vielmonatige Vorarbeit mit treffen planen, Spiesbraten essen und Bierchen trinken,  endete am 19. Juni morgens um halb 9 an Alis Garage. Jeder hatte sein Mopped geputzt und poliert, jeder wollte fahren. Viel fahren. Denn die Tour 2013 war ja komplett ins Wasser gefallen. Nicht einen einzigen Kilometer sind wir da gefahren. Das sollte uns dieses Jahr nicht passieren. Deswegen auch der späte Termin, schließlich wollten wir hoch aufs Timmelsjoch. Hummes konnte dieses Jahr aus beruflichen Gründen leider nicht mitfahren. Also trafen sich Ali, Rolle, Alten, Lori und Tommi an Alis Garage um den ersten Teil der Strecke unter die Räder zu nehmen.

Tag 1, Anreise - Zusammentreffen - Stau 
Wolli und Mättes hatten bereits ein paar Tage Urlaub im Schwarzwald gemacht mit ihren Motorrädern und wir verabredeten uns in Pforzheim. Zuerst ging es gut los A48 und A61, aber dann standen wir in Karlsruhe auf der A5 knüppeldick im Stau. Dort sahen uns dann auf der Gegenseite tatsächlich Irma und Sanni, die Frauen von Wolli und Mättes, die ihre Heimreise angetreten hatten. Gegen 12 Uhr und etwas mehr kamen wir schließlich in Pforzheim an und waren nun komplett. Im Radio hörten wir, Aischelberg, 20 km Stau. Rolle guckt Mättes an, unser wandelndes Straßenlexikon. "Kann man das umfahren?" "naja, genau weiß ich das nicht" war Mättes Antwort. Was tun. Auf die Motorräder rauf. A8 ... Stuttgart vorbei. Bei einer der vielen Pausen, welche unser Nesthäkchen Alten weiterhin zum Rauchen nutzt, öffnete dann der Kiosk LORI seine Pforten. Schokoriegel trinken Salami, alles was das Herz begehrt war an Bord der BMW. Auch wenn sie bei ihrem Schild kaputt war und Lori es mit Tesafilm flicken mußte, Platz an Bord war genug. Nach jeder Pause ging es gestärkt weiter.

Langsam wurde der Verkehr mehr und kurz vorm Aischelberg standen wir. Der Entschluss war, wir probieren es einfach rechts ab und schauen wo es hingeht. Es war eine tolle Strecke. Mühlhausen sind wir von der Autobahn ab, rechts neben der Autobahn weiter, durch Wiesensteig durch. Westernheim hoch und weiter Richtung Machtolsheim. Dann nach rechts weg Richtung Blaubeuren und auf die B28 Richtung Ulm. Nach den vielen KM gerade aus auf der Autobahn konnten wir die Reifen wieder abrunden. Tolle Kurven bis nach Ulm. Dort gings wieder auf die Autobahn, A7. Hier waren wir auch schon 2008 unterwegs nach Österreich und es kamen erste Gedanken auf, aus diesem Jahr fehlt noch was. Das Timmelsjoch. Aber .... es kam erstmal wie 2008, Regen. Was tun. Regen dann trocken dann Regen dann wieder trocken. Egal, wir fahren über das Oberjoch nach Pfronten. 2013 fehlen uns die Kilometer, die holen wir nach. Sonthofen und Hindelang ging es durch. Hoch aufs Oberjoch und das erste gemeinsame Gruppenfoto gemacht. Hier stellen sich bei Feuchtigkeit die ersten Probleme ein. Tommis VTR hatte Probleme ein Zylinder hatte Aussetzer. Was bei einem Zweizylindermotor doch größere Probleme darstellen. Nach einer kurzen Pause ging es aber wieder weiter. Kurz durch das Tannheimer Tal durch und dann links ab Richtung Pfronten. Nach fast 600 km erreichten wir unser Ziel, den Gasthof Löwen. Hier erwartete uns ein tolles Ambiente und tolles Essen, welches wir nur weiterempfehlen können. Zuletzt beim ersten Bier wurden die Zimmer ausgelost. Zum 6. mal in 9. Jahren wurden Wolli und Rolle zusammengelost. Das bedeutete für Rolle erneut schlafen mit Ohrstopfen. Weiterhin gingen Mättes, Ali und Lori auf eine Bude und Alten und Tommi teilten sich ein Zimmer. So ging es an das erste Bier, dann Steak und die Gespräche, die so üblich sind. Nebenbei lief natürlich Fußball-WM. Aber darüber brauche ich hier ja nichts zu schreiben, dass Ergebniss kennt ja jeder. Nun denn, nach aufregenden Stunden gingen wir ins Bett und freuten uns auf den nächsten Tag. Endlich wieder Motorrad fahren auf Motorradtour.

Tag 2, wieder Regen, technische Probleme, leichter Frust
Aber zuerst gab es ein gutes Frühstück. Und eine Terminabsprache. Am Vorabend hatte Wolli noch einen Reifenmonteur kennengelernt. Bevor es aufs Timmelsjoch hochgehen sollte, wollte er seinen Hinterreifen erneuern. Dieser hatte ja bereits in den Vortagen im Schwarzwald gelitten. Also sollte nach der Tagestour der Hinterreifen gewechselt werden. Das Wetter war .... trocken, aber schon gut bewölkt. Nun den, los gings ins Tannheimer Tal, dort nach links weg den Gaichtpass runter. Weiter Richtung Reutte an den Plansee. Sehr schöne Gegend sehr schöne Kurven. Weiter nach Deutschland. Wir wollten den Kesselberg ausprobieren. Kurz hinter Oberau stoppten wir .... REGEN - REGENKOMBI an. Pause im Schutz einer Brücke.

Weiter gings es nach einem heftigen Regenschauer auf nasser Strasse. Und hier zeigte sich, dass Tommis VTR mit Regennässe dieses Jahr nicht zurecht kommen würde. Ein technischer Stop in Ohlstadt mußte eingelegt werden. Hier kam auf einmal ein Einwohner wie wild auf uns zugelaufen und wir dachten, wenn der jetzt ne Knarre zieht sind wir alle erledigt. Aber er fragte nur "Was macht denn die Eifel hier unten." Wir schauten erstaunt. Nach kurzer Pause fuhr er fort, "ich komme aus Boverath". Nach zwei weiteren Minuten sagte Wolli schließlich, ach du bist das dann kenn ich dich.
Genug Worte gewechselt, der technische halt wurde in die Garage verschoben wo wir noch Espresso bekamen. Nach ein paar netten Worten und einer Besichtigung des schon fast kleinen Museums in der Garage fuhren wir weiter zum Kesselberg. Wieder begann es zu Regnen, oben angekommen ging bei Tommi wieder nur ein Zylinder. Wir müssen in ne Werkstatt wurde beschlossen. Übermütig, dass er noch keine technische Panne auf einer Tour hatte, kam es aus Rolle raus. "Kauft euch ne Bandit, dann passiert sowas nicht. Die ist unkaputtbar!" Lori schaute zu Mättes und sagte, "Ob Rolle weiß dass seine Gabel tropft!" Mättes erwiderte, "sag es ihm erst nach der Tour!"

Nach einer kurzen Pause am Kiosk suchten wir eine Werkstatt. Wir fanden mehrere, aber richtig helfen konnte keine der Werkstätten. Wir vermuteten es läge an der Zündkerze. Es hatte in der Zwischenzeit aufhört zu regnen, also fuhren wir ein paar Kurven am Starnberger See vorbei weiter bis nach Ammertal, dort in Richtung der Seenplatte, einmal rum und zwischendurch. Über Rosshaupten nach Halbblech, runter nach Schwangau und zurück nach Pfronten. Es war kein Super, aber ein guter Tag. Ein paar Kilometer hatten wir gemacht und freuten uns nun auf die Königsetappe der Königsetappen. Aber zuerst mußte Wollis Reifen noch erneuert werden.

Tag 3 - Hoch Höher fast am Höchsten UUUUUNNNDDD das bei Sonnenschein
Einmal waren wir höher, auf dem Stilfserjoch. Aber das sollte uns heute nicht interessieren. Strahlender Sonnenschein erwartete uns. ca 600 km Berge und Kurven vor uns. Aber zuerst einen Stop bei Polo in Kempten. Neue Zündkerzen für Tommy, nichts sollte uns heute Stoppen. Ab ging es, erneut über das Oberjoch rein. Durch das wunderschöne Tannheimer Tal durch. Dann rechts weg nach Elmen und links hoch aufs Hahntennjoch. Welch eine unglaubliche Strecke mit tollen ausgebauten Kurven, engen Kurven und einem Landschaftblick, bei dem man am liebsten an jeder Kurve stoppen würde. Oben auf dem Hahntennjoch stellten wir dann fest, dass Rolle ein neues Hobby hat, Selfies machen mit seinem Smartphone. Es war nicht das erste und nicht das letzte auf dieser super Tour. Vom Hahntennjoch ging es dann wieder runter Richtung Imst. Jede Menge Motorradfahrer, aber auch Ferrarifahrer und vor allem Fahrradfahrer die störten. Es war schon schwierig zu siebt zusammen zubleiben. Von Imst aus fuhren wir in das Ötztal ein und dort direkt wieder Links hoch auf den Kühtaisattel. Zum ersten Mal seit 2008 waren wir über 2000m angekommen. Und es war gigantisch. Weiter tolle Kurven, tolle Gegend und Sonne. Es war Sommer, zum ersten mal seit Jahren. 
Oben auf dem Kühtai angekommen drückte die Blase. Die Kuhglocken klangen und es sah sehr komisch aus, zu diesen Klängen drei Keiler sehr erleichtert um die Ecke kommen zu sehen. Das gelächter war groß, welche Glocken läuteten da wohl?? Weiter fuhren wir dann Richtung Innsbruck. Immer weiter mit tollen Straßen. Mal ein Bachlauf links, mal ein Abhang recht. Ausblicke ohne Ende. Kurz vor Innsbruck, wir sahen die Skisprungschanze schon, biegten wir dann ab, auf die alte Brennerstraße. Der Jaufenpass sollte danach kommen und dann das Timmelsjoch. Also versuchte Rolle etwas Gas zu geben. Aber es war soviel los, dass die 7 Keiler nie wieder richtig zusammenfanden. Rolle nahm Gas raus und führte die Gruppe wieder zusammen. Plötzlich kam von links .... ein Vespafahrer, der uns überholte. Mit Freundin hintendrauf. Das führte dann doch zu Frust und Gelächter in der Gruppe. Egal, die Brennerstraße lag hinter uns, es ging den Jaufenpass hoch. Nach 2017m auf dem Kühtai waren wir nun, natürlich über Superstraßen und Kurven auf 2099m angekommen. Wir steigerten uns. Kurz vorm weiterfahren rief Rolle, Stop, Selfie machen. Und weiter, Kurven Kurven Kurven bis runter nach St Leonhard. Dort kurz tanken für Tommi und los gings. Das unbeschreibliche Timmelsjoch hoch. Schmale Enge Straßen, enge und weite Kurven, man konnte richtig schön Cruisen. Und immer wieder den Blick schweifen lassen. Guckt euch alle Fotos von unserer Tour an, den der Ausblick war wirklich unglaublich.

 

 

 

 

 

 

 

Auf 2509m Höhe genossen wir den Ausblick. Wir waren aber auch schon lange unterwegs und wollten nun heim. Also runter vom Timmelsjoch. Tanken, ab durch das Ötztal durch. Blitz. Es war passiert. Auf einer der langsamsten!!!!! Tagestouren die wir je gefahren sind wurden Rolle und Ali geblitzt. Zum ersten mal seit 10 Jahren war ein Strafzettel fällig. Nun denn tanken und über den Fernpass heim nach Pfronten. Alle hatten ein strahlen im Gesicht. Die Laune war super die Sprüche beim Abendessen nicht druckreif und nicht jugendfrei. Aber ein Foto zum Ende gibt es noch. Das war der Ausblick vom Hahntennjoch, und das war "nur" 1800 nochwas Meter hoch.

 

 

 

Tag 4, Abreise - nur 6 Keiler kommen heim
Die Abreise ist mal wieder, bis zur hälfte, schnell erzählt. Packen Frühstücken auf die Moppeds, Autobahn und Richtung Heimat. Alles relativ Problemlos, Loris Bistro war immer noch gefüllt für die Pausen, die Sonne schien und das Grinsen in unseren Gesichtern vom Vortag war immer noch Vorhanden. Bei Neckarsulm dann der Schock. Tommis Motorrad klapperte heftig. Was kanns sein?? Beim Stop auf einen Parkplatz stellen wir fest, dass das hintere Radlager war kaputt, dass Rad wackelte schon. Rein nach Neckarsulm und versuchen einen Plan zu entwickeln. Es war kein Leihwagen zu bekommen. Weiterfahren konnte er auch nicht. Aber zum Glück gibts gute Kumpels. Kumpel Hermann kam 300 km angereist und holte Tommi mit einem Anhänger ab. Der Rest fuhr weiter und kam gegen 19 Uhr bei Rolle zum Grill an. Die Frauen hatten wieder alles Perfekt vorbereitet. So endete die Tour 2014 fast glücklich und zufrieden. Um 22.30 Uhr hatte Tommi es dann auch gepackt und war zuhause. Trotz den technischen Problemen, eine Supertour, die bestimmt mal wiederholt wird.

Hier ist ein ADAC Kartenausschnitt mit unserer Königsetappe abgebildet.
Bis zum Jahr 2015. Die Nerdlner Keiler